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Massive Polizeirepression gegen Antifas

Sonja Erikson 17.06.2007 18:59 Themen: Antifa Repression

Am gestrigen Samstag, den 16.6 sollte in Schmidgaden eine Demonstration gegen den gleichzeitig stattfindenden "NPD-Bayerntag" stattfinnden. Doch statt der behördlich genehmigten Demonstration, die rechtswidrig von der Polizei "verboten" wurde, kam es zur wahrscheinlich krassesten Polizeirepression in Bayern in den letzten Jahren.
Über 100 AntifaschistInnen wurden gejagt, brutal verhaftet und unter schlechtesten Bedingungen stundenlang festgehalten.
Gegen den am gestrigen Samstag in Schmidgaden bei Schwandorf stattfindenden „NPD-Bayerntag“ waren von antifaschistischen Gruppen aus ganz Bayern Proteste angekündigt worden. Geplant war, ab 10:00 in Schmidgaden eine Kundgebung und ab 12:00 Uhr eine Demonstration durchzuführen. Beides war auch von den zuständigen Behörden genehmigt worden.
Geplant war von antifaschistischer Seite auch ein Busverkehr vom Bahnhof Schwandorf nach Schmidgaden, welches mit öffentlichen Verkehrsmitteln schwer zu erreichen ist. Bereits bei der ersten Fahrt zwischen Schwandorf und Schmidgaden wurde der Bus von Beamten des USK aufgehalten und alle Insassen kontrolliert und durchsucht. Eine zweite Gruppe, später anreisender AntifaschistInnen wurde nach dem Ausstieg am Bahnhof vom USK eingekesselt und ebenfalls kontrollier t und durchsucht. Wie bei der ersten Kontrolle war auch hierbei auffällig, dass die Polizei versuchte „Zeit zu schinden“. Die Kontrolle dauerte, trotz der hohen Zahl an Beamten, ca. 45 Minuten. Nachdem auch diese Gruppe ihr Ziel in Schmidgaden erreicht hatte und auf der antifaschistischen Kundgebung angekommen war, verkündete die Polizei, aufgrund von Zeitüberschreitung sei die genehmigte Demonstration von nun an verboten. Daraufhin versuchten ca. 130 AntifaschistInnen durch eine spontane Demonstration auf diesen klaren Rechtsbruch seitens der Polizei aufmerksam zu machen. Dies scheiterte allerdings am Vorgehen der Polizei, woraufhin sich die Gruppe über einen anderen Weg in Richtung des NPD-Geländes aufmachte, um dort zu protestieren. Hier wurde man wiederum von den massiv bewaffneten Beamten des USK gestoppt. Ca. 10-20 Personen wurden hier schon in Gewahrsam genommen, eine weitere Gruppe von ca. 40 Personen wurde eingekesselt. Die von der Polizei erhobenen Vorwürfe, Demonstranten hätten sich mit Steinen bewaffnet kann schon deshalb als absurd bezeichnet werden, da man sich auf einem steinlosen Acker befand. Eine weitere Gruppe von ca. 40-50 Personen, die sich eindeutig auf dem Rückweg zur bürgerlichen Kundgebung befand, wurde vom USK angegriffen und gejagt. Teils kam es auch zu brutalen Ingewahrsamnahmen. Auffällig ist auch, dass die Polizei vor allem gegen jene brutal vorging, die „autonom“ aussahen. Personen, welche ein „bürgerliches Erscheinungsbild“ hatten, wurden teils von den Beamten nicht wahrgenommen.
Die zuerst festgenommen Gruppe wurde ins benachbarte Amberg gebracht, die zweite in die örtliche Turnhalle, wohingegen die dritte Gruppe, trotz einsetzendem Gewitter mit Hagel, 3 Stunden (13:15-16:15)im Freien gekesselt war. Weiblichen Personen wurde es stundenlang, trotz mehrmaligen Nachfragens, verboten auf die Toilette zu gehen. Begründet wurde dies damit, es gäbe keine weiblichen Beamten, obwohl mehrfach welche gesehen wurden. Dies sehen wir als zweifelsohne als Körperverletzung an. Ab 17:40 wurde allen in der Turnhalle Gefangenen der Gang zur Toilette verwehrt. Die Gefangenen wurden mit Handschellen bzw. Kabelbinder zu zweit aneinander gefesselt, sämtlichen Gruppen wurde, trotz wiederholter Nachfrage kein Essen und auch keine Getränke gebracht. Auch wurden Personen von den USK-Beamten ständig beleidigt. So wurde eine Person „aufgrund“ ihres pinken T-Shirts homophob beschimpft , eine andere gedrängt die Turnhalle aufzuräumen. Auch wurde den Gefangenen zu keiner Zeit der Grund ihrer Ingewahrsamnahme mitgeteilt. Einzelne Beamte begründeten diese u.a. aufgrund von Landfriedensbruch, dem Nichtnachkommen eines Platzverweises, welcher einer Vielzahl der Gefangenen niemals ausgestellt worden war, bzw. mit dem vollkommen frei erfundenen Vorwurf, man habe versucht die Absperrungen gewaltsam zu durchbrechen. Offiziell war den Gefangenen kein Grund bekanntgegeben worden. Nach Nachfrage einiger Demonstranten nach Informationen zu der USK-Einheit, die sie in Gewahrsam genommen habe, wurde ihnen erwidert sie seien in Schwandorf stationiert, allerdings ist bislang keine in Schwandorf stationierte USK-Einheit bekannt. Auch die Tatsache, dass Personen, die sich als Zeugen der besagten Turnhalle nähern wollten, massiv vom USK bedrängt wurden, dass augenscheinlich alles daran setzte, unerkannt und ohne Zeugen ihrer illegalen Maßnahmen (Verbot des Toilettengangs etc.) zu bleiben. Ebenfalls machte die Polizei von allen Personen Portraitphotos und fragte in Verhören gezielt nach, ob man an den Protesten gegen den G8-Gipfel teilgenommen habe. Zwischen 18:00 und 19:30 wurden die meisten Gefangenen freigelassen.

Auch haben betroffene Antifas schon Klagen gegen die Polizei und die zuständigen Behörden wegen Körperverletzung und gegen die erniedrigenden Bedingungen in der Turnhalle etc. angekündigt
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18.6.07 21:46


Rechtsextremismus

Studie zu rechtsextremem Gedankengut

Jeder Vierte für "Einheitspartei"

Jeder vierte Bundesbürger wünscht sich laut einer Studie der Friedrich-Ebert-Stiftung eine einzige Partei, die die "Volksgemeinschaft" verkörpert. Außerdem habe der Nationalismus in Deutschland zugenommen, so die Studie. Den Ergebnissen zufolge bleibe die Ausländerfeindlichkeit in Deutschland weiter konstant auf hohem Niveau. In einigen Regionen vertrete fast jeder zweite Bürger ausländerfeindliche Einstellungen. Daher gehe es in der Untersuchung auch nicht um neonazistische Schläger, sondern um rechtsextremes Gedankengut in der Mitte der Gesellschaft, erklärten Elmar Brähler und Oliver Decker von der Universität Leipzig, die für die Studie fast 5000 Personen befragen ließen. "Rechtsextrem ist eigentlich ein irreführender Begriff", so Decker. "Er suggeriert, dass es sich um ein klar abzugrenzendes Rand-Phänomen handelt."

 [Bildunterschrift: "Im Auftrag des Volkes: Den Bonzen auf die Finger hauen!" Die NPD versuchte im Wahlkampf in Mecklenburg-Vorpommern auch die Mitte der Gesellschaft zu erreichen.]
Laut der aktuellen Studie findet sich rechtsextremes Gedankengut quer durch alle Bevölkerungsschichten, Bundesländer, Generationen und bei Wählern aller Parteien. Das Problem werde noch größer, wenn man die mehr oder weniger unausgesprochene Zustimmung zu Fremdenfeindlichkeit, Nationalismus und Antisemitismus betrachte, so die Wissenschaftler. "Auch Menschen, die sich selbst als 'links' bezeichnen, lehnen nicht alle rechtsextremen Aussagen ab." Ein geschlossenes rechtsextremes Weltbild haben der Studie zufolge knapp neun Prozent der Menschen in Deutschland.

Die Sehnsucht nach dem starken Mann

Grafik: 26 Prozent der Befragten, stimmten der Aussage zu, "Deutschland brauche eine einzige starke Partei, die die Volksgemeinschaft insgesamt verkörpert."]
Während bei den meisten Ergebnissen die Unterschiede zwischen Ost- und Westdeutschland unerheblich sind, fallen sie bei den Themen Ausländerfeindlichkeit sowie Antisemitismus ins Auge. Dass Ausländer nur nach Deutschland kommen, um den hiesigen Sozialstaat auszunutzen, meinen mehr als 35 Prozent der Befragten in Westdeutschland. Dieser Wert wird im Osten noch deutlich übertroffen, dort sind es fast 44 Prozent. Dass die Bundesrepublik "gefährlich überfremdet" sei, meinen fast 40 Prozent der Bürger im gesamten Bundesgebiet. Im Westen ist der Antisemitismus deutlich ausgeprägter als im Osten. "Juden arbeiten mehr als andere Menschen mit üblen Tricks", meinen fast 16 Prozent der Westdeutschen, etwa sechs Prozent der Ostdeutschen stimmen dieser Aussage zu. Bundesweit fast 18 Prozent halten den Einfluss der Juden "auch heute noch für zu groß". Fast 14 Prozent meinen, Juden hätten "etwas Eigentümliches an sich und passen nicht so recht zu uns".

der FES: Ausgewählte Grafiken Rechtsextreme Einstellungen und ihre Einflussfaktoren in Deutschland [Flash|HTML]

In ganz Deutschland sehnen sich mehr als 15 Prozent der Befragten nach einem Führer mit starker Hand, 26 Prozent wollen laut Studie eine einzige Partei in Deutschland, die die "Volksgemeinschaft" vertritt. Dass die Deutschen anderen Völkern von Natur aus überlegen seien, glaubt jeder sechste Befragte. Und fast 18 Prozent stimmen der Aussage zu: "Wie in der Natur sollte sich auch in der Gesellschaft immer der Stärkere durchsetzen."

Wirtschaftliche Gründe für rechtsextreme Einstellungen?

 [Bildunterschrift: Im jüngsten ARD-Deutschlandtrend zeigten sich mehr als die Hälfte der Befragten mit dem Funktionieren der Demokratie in Deutschland unzufrieden. Dies bedeute aber nicht, dass "die Deutschen ein anderes System" wollten, betonte ARD-Experte Jörg Schönenborn. Es sei ein Maßstab für die Unzufriedenheit der Menschen, genau wie die Frage nach der Gerechtigkeit in der Gesellschaft.]
Das Ergebnis der Studie zeige, dass sich Maßnahmen gegen Rechtsextremismus nicht nur auf Jugendliche und Personen in schwierigen wirtschaftlichen Situationen beschränken dürften, betonte Brähler. Daher untersuchten die Wissenschaftler auch soziale und psychische Faktoren. So ergab die Studie, dass auch "ein kalter Umgang in der Familie sowie eine depressive Grundstimmung und Ängstlichkeit nicht selten den Boden für rechtsextreme Einstellungen bereiten". Da Menschen mit rechtsextremen Einstellungen eine sehr heterogene Gruppe bildeten, seien künftig alle gesellschaftlichen Institutionen gefordert, so die Forscher.

Dabei sollte der Ausländerfeindlichkeit besonders intensiv begegnet werden, sie gelte als "Einstiegsdroge" in den Rechtsextremismus. Daher müssten sich alle im politischen Alltag mit der Zuwanderung beschäftigen, forderte Brähler. "Ein schulischer ‚Projekttag’ zur Ausländerfeindlichkeit hilft da wenig, solange weder in den Schulbüchern noch in den Lehrplänen Deutschland als Einwanderungsland behandelt wird." Außerdem dürfte den rechtsextremen Parteien nicht zusätzliche Legitimation verschafft werden, in dem demokratische Parteien ausländerfeindliche Aussagen äußerten, betonten die Wissenschaftler. Sonst werde es schwierig zu vermitteln, was das Problem mit rechtsextremen Inhalten sei.

Untersuchungsanlage: Untersuchung: Repräsentativerhebung
Datenerhebung: USUMA (Berlin)
Zeitraum: Mai/Juni 2006
Stichprobe: Bevölkerung in Deutschland, 14-99 Jahre
West: 3876 Personen
Ost: 996 Personen
Projektleiter: Elmar Brähler, Oliver Decker

Quelle: http://www.tagesschau.de/aktuell/meldungen/0,,OID6072192_REF1,00.html

28.2.05 17:13


1.4.07 18:36


Bildungsproteste in Griechenland gehen weiter

Bildungsproteste in Griechenland gehen weiter

(de.indymedia.de)

indy global 15.03.2007 21:13 Themen: Bildung Freiräume Soziale Kämpfe
Am 8. März 2007 wurde über das neue Rahmengesetz für griechische Universitäten abgestimmt. Die Regierung hatte entschieden, trotz der öffentlichen Entrüstung den Prozess im Parlament zu beginnen. Studenten, Schüler, Lehrer und Wissenschaftler kämpfen seit Mai 2006 mit Besetzungen von Schulen und Fakultäten, Streiks und Demonstrationen gegen dieses Gesetz.
Vor Monaten hatte die griechische Regierung beschlossen 1. die Lehrmittelfreiheit an Unis wird abgeschafft und Studiengebuehren eingefuehrt, 2. es darf nicht mehr beliebig lange studiert werden, sondern nach einer bestimmten Zeit erfolgt der Rauswurf, 3. das Asyl auf dem Unigelaende wird abgeschafft, die Polizei darf die Unis betreten. Gegen diese Plaene gibt es jeden Donnerstag Demos, im woechentlichen Wechsel im ganzen Land oder zentral in Athen.

Hintergründe und mehr:
Uniproteste in Griechenland eskalieren | athens.indymedia.org | Telepolisartikel
Staatliche Medien berichteten, dass nur die Regierungspartei für das neue Gesetz stimmte, während der Rest nach der vorläufigen Abstimmung den Raum verließ. Zur gleichen Zeit demonstrierten 35.000 Studenten, Lehrer und Wissenschaftler in den Straßen Athens und umstellten das Parlament.

Die Demonstranten stießen vor dem Parlamentsgebäude mit der Polizei zusammen. Die Luft füllte sich mit Tränengas und zum ersten Mal wurden Gummigeschosse abgefeuert. Verwendet wurde offenbar Tränengas eines us-amerikanischen Hersteller aus Mephis, Tennessee. Die Demo wurde gewaltsam in mehrere Grüppchen gespalten und rund 100 Demonstranten wurden von der Polizei eingekesselt und verprügelt. Es folgten etliche Angriffe, um den Rest der Demo in kleinere Grüppchen zu spalten, wobei sogar die Lehrer geschlagen wurden. Die Demoteilnehmer mussten flüchten und sich in den umliegenden Häuser verstecken.

Berichte aus der Athener Polizeiwache sagen, dass alle 62 vorläufig festgenommenen Personen im Gefängnis bleiben werden. Die Häftlinge werden terrorisiert. Sogar Frauen im ersten Semester wurden für die Störung der öffentlichen Ordnung angeklagt. 45 Personen mussten mit Verletzungen ins Krankenhaus gebracht werden. Die Polizei und der Staatsanwalt sind sehr provokativ und gestatten den Verhafteten nicht, ihre Anwälte zu treffen. 5 verletzte Häftlinge, Studenten für Verfahrenstechnik, dürfen nicht ins Krankenhaus.

Solidemos fanden in Yannena, Patra und Syros statt[
athens.indymedia.org/front.php3?lang=en&article_id=670412]. Auch in der Innenstadt Thessalonikis brachen nach einer spontanen Solidaritätsdemo gegen die Repression in Athen Unruhen aus. Gerade sprüht die Polizei Tränengas und die Studenten in der Fakultät für Polytechnik leiden. Das Studentenradio 1431AM berichtet, dass überall in den Gängen Tränengas in der Luft liegt. Hunderte Studenten versuchen in Zimmer oder auf das Dach vor dem Gas zu flüchten. Ein Mann wurde durch einen Tränengaskanister der Polizei verletzt.

Berichterstatter des Studentenradios sagen, sie seien sich sicher, dass wir die ersten Folgen des neuen Gesetzes gesehen hätten, das ein Gefühl von Diktatur vermittelte.

Am Morgen des 10. März fanden in Athen Solikundgebungen vor dem Athener Polizeipräsidium und vor dem Gericht [
athens.indymedia.org/front.php3?lang=en&article_id=670402]. Die Angestellten des Roten Kreuzes zeigten sich erschrocken über die Verletzungen, die die Polizei TeilnehmerInnen der großen Demonstration zugefügt hatte. [1] Auch Mitarbeiter von Fernsehsendern reagierten und erklärten, sie wollen nicht mit der Polizei kooperieren, die sich um das Videomaterial der Sender von den auf die Polizeiangriffe folgenden Riots bemüht [2]. Journalisten äußerten sich in einer Erklärung ähnlich und zogen Parallelen zu Militärdiktatur in Griechenland [3]. In einer Reaktion meldeten sich ebenfalls

Auch wenn das Gesetz zur Hochschulreform am Donnerstag beschlossen wurde, deutet nichtts darauf hin, dass die StudentInnen den Widerstand aufgeben. Als erste Reaktion auf den Polizeiangriff auf die Demo kam es in der Nacht zum letzten Freitag zu einem Angriff auf eine Polizeiwache Immer noch sind mehr als 290 Fakultäten besetzt.
Die jüngste Repression in Athen fand auch auf dem Land statt, wo es starke polizeiliche Repression auch in kleinen Städten gab. Tatsächlich waren nämlich die Hälfte der Verhafteten StudentInnen von ländlichen Unis. Deswegen fanden und finden überall in Griechenland Solidaritätsaktionen statt. Lokale StudentInnenversammlungen werden organisiert, um die Verhafteten zu unterstützen, um täglich Demos zu organisieren und um die lokale Bevölkerung über die Brutalität der die StudentInnen ausgesetzt sind aufzuklären.

[1] Erklärung der Gewerkschaft des Roten Kreuzes

Wir verurteilen die ungeahnte Brutalität und Härte der Polizeiangriffe auf Studierende, Lehrer, Arbeiter und Jugendliche im Zuge der Protesdemonstration am 8. März. Diese Demonstration, die größte seit Jahren, wurde durch die Polizei und die Regierung ruiniert. Die angehenden Wissenschaftler werden von der Regierung und den Medien als Kriminelle dargestellt und das in einem Land, in dem es bekannt sein müsste, dass die demokratischen Rechte durch studentische Kämpfe errungen wurden. So versuchen Diejenigen, die die Leute auf die Straße treiben, Unterstützung durch die öffentliche Meinung zu bekommen, um ihre Verbrechen zu verdecken/verschleiern.

Weil unser Hospital Dienst hatte, waren wir alle Zeugen dieser tragischen und blutigen Attacke als mehr als 30 Menschen mit schweren Kopf- und Nackenverletzungen bei uns eingeliefert wurden. Die Art der Wunden und die Schwere der Prellungen/Quetschungen der Eingelieferten bewiesen, dass es sich um eine mörderischen und geplanten Angriff gegen Jeden handelt, der für sein Recht und für öffentliche und freie Bildung kämpft.

Die Eingelieferten befinden sich noch immer unter medizinischer Behandlung. Sieben verwundete Gefangene der Polizei wurden erst einige Stunden später in den frühen Morgenstunden des nächsten Tages zu uns gebracht und dann heimlich wieder ins Polizeipräsidium zurückgebracht. Wir sorgen uns um den Zustand dieser verwundeten Gefangenen. Wie werden in Zukunft unsere Reaktionen gegenüber den Mängeln des Gesundheitssystems sein? Haben wir erneute Prügelattacken gegenüber aufbegehrenden Krankenhäusern zu fürchten?

Wir fürchten, sind widerständig, wir kämpfen. Der Kampf ist noch nicht vorbei. Gegen die Gewalt der Macht werden wir auf unser Recht bestehen – an der Seite der Studenten, der Arbeiter und Jedem der kämpft.

administrative committee of theUnion of Employees in the RED CROSS

http://athens.indymedia.org/front.php3?lang=en&article_id=670375

[2] Erklärung des Komitees des technischen Personals der Fernsehsender

Wir verurteilen die Versuche der Polizei und der Regierung Videomaterial von den Ausschreitungen für staatsanwaltliche Ermittlungen ausgehändigt zu bekommen. Die Regierung und der Staatsanwalt sollten wissen, dass das visuelle Material von den Ausschreitungen Eigentum der TV-Stationen und der Kameramänner sind. Die Arbeit des Kameramanns besteht darin, dem griechischen Volk Informationen bereit zu stellen indem sie das aktuelle Geschehen als Beobachter verfolgen und nicht als “Puppen” der Polizei und der Regierung. Wir werden keinem Versuch Mechanismen von Kontrolle und Macht zu installieren, welche versuchen unsere Arbeit zu beeinträchtigen, zustimmen. Wir fordern von den Managern der TV-Stationen dies nicht zu versuchen.

http://athens.indymedia.org/front.php3?lang=en&article_id=670389

[3] Erklärung der Athener Gewerkschaft der Journalisten

Die Gewerkschaft der Athener Journalisten ruft die Leiter und Inhaber der TV-Stationen mit dieser einstimmig verfassten Erklärung dazu auf den Anfragen der Sicherheitskräfte nicht zu entsprechen. Die Sicherheitskräfte wollen das Fernsehen damit von einer unvoreingenommenen und unabhängigen Nachrichtenquelle zu einem Auge des Big Brother machen, zu einem Arm der Sicherheitskräfte. Nicht mitzuarbeiten bei Praxen, die uns an alte Zeiten erinnert und die schon einmal in einen herben Bruch der menschlichen Freiheit und der Bürgerrechte geführt hat.
Lasst die Polizei anderswo nach den Anstiftern der Riots suchen. Den es wäre der Bankrott des Journalismus. Die Einmischung der Polizeibehörden, die mittels einer staatsanwaltschaftlichen Anordnung versuchen an das Videomaterial von den Auschschreitungen während der Demonstration am 8. März im Zentrum Athens zu gelangen ist nicht akzeptierbar.

http://athens.indymedia.org/front.php3?lang=en&article_id=670387

[4] http://de.rian.ru/world/20070312/61860733.html

Jungle World Artikel: http://www.jungle-world.com/seiten/2007/11/9543.php

Indymedia Artikel “Uniproteste in Griechenland eskalieren” [http://de.indymedia.org/2007/03/170501.shtml]

Fotos: http://athens.indymedia.org/front.php3?lang=en&article_id=669278
31.3.07 15:45


Wenn wir schon von Mord sprechen - Debatte um Christian Klar

Debatte um Christian Klar (Empfehlung: Artikel bis ganz zum Schluss lesen!)


Wenn wir schon von Mord sprechen


 © AP
Christian Klar 1983 auf dem Weg ins Gericht: "Er hätte heucheln können"

Von Peggy Parnass

Die KZ-Aufseherin Hermine Ryan wurde 1981 wegen 1181fachen Mordes zu einmal lebenslänglich verurteilt. Der RAF-Terrorist Christian Klar will nach 24 Jahren aus der Haft raus. Zu Recht. Denn noch immer kommt es darauf an, wen man ermordet hat.

Ein Gnadengesuch. Und eine Hysterie fast wie damals in den 70er Jahren. Wieder drehen viele durch, in all den Diskussionen für oder wider Gnade für Christian Klar. Überwiegend heißt es: "Auf keinen Fall darf dieser Mörder, dieser Massenmörder, nach nur 24 Jahren freikommen." Er habe ja nur noch zwei Jahre zu sitzen, was gebe es da zu diskutieren, sagen die Leute.

Sie betonen, dass dieser Mann doch gefährlich sei. Selbst Freunde von mir. "Er hat ja nicht einmal bereut, wenn er wenigstens sein Bedauern ausgedrückt hätte." Ja natürlich, er hätte heucheln können, das ist ja die leichteste Übung. "Oh, wie furchtbar, was habe ich getan in meiner Jugend, in meiner Dummheit, in meiner Verblendung. Was habe ich angerichtet? Oh, was habe ich verbrochen?" Ja, das wäre sehr einfach.
Aber Christian Klar hat schon vor zehn Jahren in der "Süddeutschen Zeitung" gesagt, dass es kein zurück zum bewaffneten Kampf geben werde, auf keinen Fall. Und im "Spiegel" sagte er, er bedaure das Leid der Familien.

Die arme, beklagenswerte Witwe Schleyer
Ja, die beklagenswerte, greise Witwe von Hanns Martin Schleyer! Die unglückliche Frau. Die Arme.

Meine Mutter war keine zu bedauernde, greise Witwe. Konnte sie auch nie werden. Denn sie wurde zusammen mit Pudl, ihrem Mann, meinem Vater, vergast. So wie fast 100 andere enge Verwandte von uns. Also die Großeltern, Tanten, Onkel, Vettern, Cousinen - alle weg.

Man spricht von der Erbengeneration, zu der gehören wir nicht. Denn alle von denen wir vielleicht hätten erben können, wurden ermordet. Und haben nichts hinterlassen. Denn alles, was sie vorher hatten, wurde ihnen von den Deutschen geklaut.
Schleyer war zuständig für die Uni-Gleichschaltung
War zuständig dort und später in Innsbruck für die Uni-Gleichschaltung. Dann leitete er die Reichsgruppe Industrie am Präsidialbüro Böhmen und Mähren. Und, bei alldem was er gelernt hatte, konnte man ihn auch gut nach dem Krieg brauchen. Seine Karriere ging fabelhaft weiter, er wurde Arbeitgeberpräsident und war mit dem Flickkonzern verbunden. So halfen und helfen sich viele tüchtige Leute gegenseitig.

Sein Sohn trauert. Natürlich nicht um den erfolgreichen SS-Mann oder Lohndrücker, sondern um seinen Vater, der vielleicht auch ein guter Vater war. Ich bin nicht dafür, dass man ihn erschossen hat. Aber ich bin dagegen, dass man solche Männer immer weiter hat hochkommen lassen. Dass man ihnen immer weiter zu riesigem Einfluss verholfen und auf höchste Positionen gehievt hat. Ich bin nicht für das Umbringen, auch nicht für das Umbringen eines Schleyers. Aber sehr wohl dagegen, dass man sie in den so genannten Rechtsstaat übernommen hat.

Und wenn wir schon von Mord sprechen, fallen mir auch andere Morde ein und zwar reichlich. Ich wurde Gerichtsreporterin, um endlich einmal deutlich zu machen, wie das gehandhabt wurde an deutschen Gerichten. Damals. Ich versuchte erst, die Gerichtsreporter zu beeinflussen, die ich jeden Tag in der Zeitung lesen konnte, setzte mich mit denen in Verbindung. Ich dachte, ich könnte etwas ändern an dem, was sie auslassen. Oder falsch beschreiben. Ich wollte in NS-Prozesse gehen, aber die fanden nicht statt. Ich war in hunderten von Prozessen. Von denen gab es gerade drei, die sich mit Nazis beschäftigten.

"Stute" und "Schindmähre"
So wie im Düsseldorfer "Majdanek-Prozess". Dort standen von 1975 bis 1981 17 ehemalige SS-Angehörige des KZ Majdanek vor Gericht. Am Tag des Urteils im August 1981 sitzt Hermine Ryan, immer noch sehr hübsch und sehr gepflegt, inzwischen Amerikanerin und gut verheiratet vor Gericht. Russel Ryan, ihr Mann, kann es nicht fassen was seine Frau verbrochen hat. Was das war? Hermine Ryan, geborene Braunsteiner, Oberaufseherin in den KZ Ravensburg und Majdanek, war ihren Opfern als "Stute" und "Schindmähre" bekannt. Diese Frau, vom Ehrgeiz zerfressen, trug eisenbeschlagene Schaftstiefel, wurde durch Schikanieren, Schlagen und Zertrampeln zur gefürchteten Adjutantin und Meisterin. Vor allem Kinder hatte sie auf dem Kieker. Die galten in dem KZ in der Nähe von Lublin, als "nutzlose Esser". Hermine Ryan bestrafte selbst sie mit Schlägen und Hieben. Wenn sich Kinder vor Angst an ihre Mütter klammerten, wurden die Verzweifelten auseinandergepeitscht.
Auch ihre Gehilfin Hildegard Lächert, die "blutige Brygida", ist ihren Opfern unvergesslich. Zeugen erzählten beim Prozess, dass sie zwei Griechinnen in der Latrinengrube im Kot ertränkte. Und einmal peitschte und trat sie einen, der im Garten arbeitete, bis sie ihn zerrissen hatte, bis er nur noch ein Fetzen von einem Menschen war, ein Klumpen Fleisch. Dann befahl sie: "Schafft den Dreck da weg."

Vor Gericht sagte sie: "Wir haben viel Spaß gehabt, wir haben viel gelacht. Wir hatten ein wirklich herzliches Verhältnis, aber wenn eine aufsässig wurde, dann hat sie was auf den Hintern gekriegt." Das Urteil gegen Hermine Ryan: einmal lebenslänglich wegen gemeinschaftlichen Mords in 1181 Fällen und Beihilfe zum Mord in 705 Fällen. Die "blutige Brygida" bekam zwölf Jahre.
Augen mit der Peitsche ausgeschlagen
Ein anderes Urteil aus dem Prozess: Acht Jahre für den "Todesengel" genannten Emil Laurich, SS-Totenkopf. Von ihm hieß es, aus seinen Verhören komme niemand lebend zurück. "Dann zog er die Peitsche kurz an, um die Augen auszuschlagen", sagte ein Zeuge damals aus.

Nächster Angeklagter: Arnold Strippel, SS-Obersturmführer. Er machte Karriere in einigen Konzentrationslagern: auch in Buchenwald und Neuengamme. 1949 wurde er wegen Mordes an 21 Häftlingen zu 21mal lebenslänglich verurteilt, doch der nächste Richter hatte Gnade mit dem Mann und begrenzte seinen Gefängnisaufenthalt. Dafür bekam er eine Haftentschädigung in Höhe von 121.300 D-Mark. Etwa 100.000 D-Mark mehr als überlebende KZ-Häftlinge. Er wurde in Düsseldorf letztlich zu 3,5 Jahren verurteilt.

Die weiteren Angeklagten, drei starben in der Zeit des Prozesses, erhielten je einmal zehn Jahre, sechs Jahre, vier, drei und zwei Jahre. Fünf wurden freigesprochen.
Jetzt geht es um Christian Klar. Bei dem man sich ernsthaft fragt, warum er schon nach 24 Jahren raus will? Nach nur 24 Jahren! Nach allem, was er getan hat. Gefährlich, wie er ist.

Es wird ja immer gesagt, dass die traurige Schleyer-Witwe nicht mal erfahren hat, und auch der Sohn ist darüber unglücklich, dass niemand weiß, wer denn nun genau der Mörder ist. Wir haben auch nie erfahren, wer die Mörder unserer Verwandten waren. Im Grunde ist es auch nicht wichtig.

Aber wofür man hier in der Bundesrepublik bestraft wird, oder nicht bestraft wird, kommt darauf an, wer das Opfer ist. Ist es jemand angesehenes, hochgestelltes, bekanntes, berühmtes? Oder ist es einfach nur ein Mensch, der auch gerne gelebt hätte?
31.3.07 15:39


Freiburger Straßenpunx geräumt: Spontandemo

Die Strassenpunx wurden am 27. März 2007 von ihrem erst kürzlich besetzten Wagenplatz „Babylon“ in der Munzinger Straße 5x auf der Haid geräumt. Dagegen gab es am Abend eine lautstarke Demo durch die Innenstadt. Im Anschluss errichteten die Strassenpunx ein Zeltdorf auf dem Platz der Alten Synagoge.
Nach einer letzten friedlichen Nacht räumten gegen Mittag knapp 150 Bullenschweine – nicht wie von der BZ kolportiert „nur“ etwa 80 Polizisten – den Wagenplatz der Strassenpunx. Das Bullenaufgebot war im Verhältnis zu BesetzerInnen und SympathisantInnen absurd groß. Die Bullen hatten eine Spezialeinheit, schweres Räumgerät und ihre willfährigen Helfer der Firma Bauer, Waltershofener Straße 8, 79111 Freiburg, +49 761 479410 oder +49 761 42080.




Mindestens eines der Fenster der Wägen der Strassenpunx wurde während der Räumung von den Bullen eingeschlagen, in mehreren Wägen wurde randaliert. Es gab vier Festnahmen und ein wenig Gerangel, die Cops hielten herbeigeeilte UnterstützerInnen durch eine quasi Rundum-Absicherung des gesamten Areals in Schach und drängten unliebsame BeobachterInnen ab. Erneut konnte von den Babylon-BewohnerInnen nur das Nötigste mitgenommen werden, zum Teil ist ihr Hab und Gut jetzt wahrscheinlich aus „Beweissicherungsgründen“ auf dem Revier oder aber in einem der fünf beschlagnahmten Wohnwägen. Die Wägen wurden wie schon so oft zu Wagendieb Bauer gefahren.





Am Abend demonstrierten daraufhin spontan rund 50 Punx und Autonome mit Sambarhythmen (siehe unten), Trillerpfeifen und Transpi von der Adlerstraße durch die Innenstadt. Nachdem eine ach so deeskalierende Aufforderung der Bullen sich abzusprechen ignoriert wurde, zog die Krachdemo kreuz und quer durchs Grün. Die Leute liefen dann bei guter Stimmung weiter über die Bertoldstraße zum Bertoldsbrunnen und anschließend über den Rathausplatz und durch die Fressgasse zum Platz der alten Synagoge. Der Spontandemo war entschlossen und laut, und endete mit der Errichtung eines Zeltdorfes vor dem Stadttheater, rings ums Rotteck-Denkmal. Hier werden die Strassenpunx vorerst wohnen und über ihre Situation informieren. Wie sagte noch der Einsatzleiter am heutigen Nachmittag: „Wären die auf der Straße geblieben, dann würden wir nicht räumen!“. Aus einer cruisenden Wanne riefen ihnen Bullen noch zu: „Viel Spaß beim Unter-der-Brücke-Schlafen!“ Nach der nun dritten Wagenplatz-Räumung innerhalb der letzten acht Monate sind die Punx erneut auf der Straße.





Nach wie vor wächst das Bedürfnis an Bauwagenplätzen und anderem günstigen Wohnraum. Initiativen werden von der Stadtverwaltung – meist unter rigoroser Mitwirkung der Polizei – unterdrückt. So unter anderem die „Wohnraum für Alle GmbH“ oder die Nutzung von brachliegenden Geländen oder Gebäuden, wie z.B. dem Fahnenmastplatz (seit ungefähr einem Jahrzent leerstehend), dem heute erneut geräumten Gelände in der Haid, dem Alten Schießstand oder dem im Februar auf der Neuen Messe besetzten Haus (alle drei stehen seit mindestens fünf Jahren, vermutlich aber schon viel länger leer). Die schwarz-grüne Stadtverwaltung versucht mit juristischen Tricks und staatlicher Gewalt positive Veränderungen zu verhindern. Gerade gegen BesetzerInnen verschärft die Stadt zunehmend ihre Eskalationsstrategie und treibt immer wieder Menschen in die Obdachlosigkeit, während sie soziale Leistungen kürzt.

Wir können und werden diese Politik nach wie vor nicht akzeptieren. Die Strassenpunx sind ab sofort auf der Strasse, im Zeltdorf auf dem Platz der Alten Synagoge. Am 1. Mai werden wir für autonome Freiräume und gegen soziale Kürzungen auf die Strasse gehen! Kommt in den schwarz-roten Block auf die revolutionäre 1. Mai-Demo um 10 Uhr nach Strasbourg und zur 6. love or Hate-Parade um 19 Uhr nach Freiburg!



Kurzer Videoclip von der Krachdemo (23 MB)


Presseberichte


TV Südbaden, Dienstag, 27. März 2007, 17:30

Straßenpunks illegal auf dem Freigelände in der Freiburger Munzinger Straße

Die Polizei war mit einem großen Aufgebot vor Ort und forderte die Gruppe aus, das Areal zu verlassen

Die Freiburger Straßenpunks mussten heute Nachmittag ihr Quartier auf einer Freifläche in der Munzingerstraße räumen. Die Polizei war mit einem großen Aufgebot vor Ort und forderte die Gruppe auf, das Areal zu verlassen. Die Punks haben sich dort seit vier Tagen ohne Genehmigung aufgehalten. Gestern hatte der Grundstückseigner die Räumung verlangt. Anfang September vergangenen Jahres mussten die Schattenparker der Wagenburg das Gelände endgültig räumen.



Badische Zeitung vom Mittwoch, 28. März 2007

Kaum besetzt, schon geräumt

Platz an der Munzinger Straße

Das brachliegende Grundstück an der Munzinger Straße (gegenüber Praktiker) wurde gestern gegen 13 Uhr von Polizisten geräumt. Am vergangenen Freitag hatten es acht Straßenpunks besetzt, die Mitte Februar schon vom alten Schießplatz an der Hermann-Mitsch-Straße geräumt worden waren.

Das städtische Amt für öffentliche Ordnung verfügte – in Absprache mit Bürgermeister Otto Neideck – die Räumung, die laut Polizeisprecher Karl-Heinz Schmid „ohne Probleme“ verlaufen sei. Vier Menschen seien vorübergehend in Gewahrsam genommen worden, um ihre Identität festzustellen. Außer einem, gegen den ein Haftbefehl vorliege, seien alle wieder auf freiem Fuß. Die Wagen seien sichergestellt worden, „um weitere Störungen zu unterbinden“. Wie viele Beamte im Einsatz waren, sagte Schmid nicht.

Die Punks dagegen berichten von etwa 80 Polizisten, die gegen die vier Menschen auf dem Platz vorgegangen seien und die rollenden Unterkünfte beschädigt hätten. Dabei habe es erst kurz vor der Räumung ein Gespräch mit dem Immobilienmakler gegeben, das die Platzbesetzer noch nicht einmal untereinander hätten beraten können. In diesem Gespräch, bestätigt Gernot Lüwa gegenüber der BZ, habe er die Straßenpunks gebeten, das Gelände sofort zu ver- und sauber zurückzulassen. Das sei auch der Wunsch des nicht genannten Besitzers. Denn die Gespräche über einen Verkauf des Areals seien ziemlich weit fortgeschritten.

Er, sagt Gernot Lüwa, habe den Punks allerdings auch zugesichert, sie zu informieren, falls er etwas über ein für ihre etwas andere Lebensform geeignetes Grundstück erfahre. Schon im vergangenen Sommer hatte er den "Schattenparkern" mit dem jetzt geräumten Gelände vorübergehend ausgeholfen.

gmk



PS: Der dümmste Bauer hat die grössten Fensterscheiben und fährt den dicksten Benz!

28.3.07 13:44


Papa, warum mussten wir den Irak angreifen?

F: Du, Papa, Warum mußten wir den Irak angreifen?
A: Weil sie Massenvernichtungswaffen hatten.
F: Aber die Inspektoren haben keine Massenvernichtungswaffen gefunden.
A: Weil die Iraker sie versteckt haben.
F: Und deshalb haben wir den Irak erobert?
A: Ja. Eroberungen funktionieren immer besser als Inspektionen.
F: Aber nachdem wir ihn erobert hatten, haben wir immer noch keine Massenvernichtungswaffen gefunden, oder?
A: Weil die Waffen so gut versteckt sind. Mach Dir keine Sorgen, wir werden etwas finden, vermutlich kurz vor den Wahlen in 2004.
F: Warum wollte der Irak die ganzen Massenvernichtungswaffen haben?
A: Um sie im Krieg zu benutzen, Dummerchen.
F: Ich bin verwirrt. Wenn sie all diese Waffen hatten, die sie im Krieg benutzen wollten, warum haben sie die Waffen nicht benutzt, als wir mit ihnen Krieg hatten?
A: Nun, offensichtlich wollten sie nicht, daß irgendjemand weiß, daß sie diese Waffen haben und so entschlossen sie sich, lieber zu tausenden zu sterben als sich zu verteidigen.
F: Das macht keinen Sinn. Warum sollten sie sich entschließen zu sterben wenn sie doch all diese großen Waffen hatten, mit denen sie sich hätten wehren können?
A: Es ist eine andere Kultur. Es muß keinen Sinn machen.
F: Ich weiß nicht wie es Dir geht, aber ich glaube nicht, daß sie irgendwelche von den Waffen hatten, von denen unsere Regierung sagte, daß sie sie hatten.
A: Naja, weißt Du, es ist nicht wichtig, ob sie die Waffen hatten. Wir hatten einen anderen guten Grund, sie anzugreifen.
F: Und was war das?
A: Selbst wenn der Irak keine Massenvernichtungswaffen hatte, war Saddam Hussein ein böser Diktator, was auch ein guter Grund ist, ein anderes Land anzugreifen.
F: Warum? Was tut ein böser Diktator, daß es richtig ist, sein Land anzugreifen?
A: Naja, unter anderem hat er sein eigenes Volk gefoltert.
F: So wie sie es in China machen?
A: Vergleich China nicht mit dem Irak. China ist ein guter wirtschaftlicher Konkurrent, wo Millionen von Leuten zu Sklavenlöhnen in Sweatshops arbeiten, um US-Firmen reicher zu machen.
F: Wenn also ein Land seine Leute zum Gewinn amerikanischer Firmen ausbeutet ist es ein gutes Land, auch wenn es sein Volk foltert?
A: Richtig.
F: Warum wurden die Leute im Irak gefoltert?
A: Größtenteils für politische Verbrechen, wie die Regierung zu kritisieren. Leute, die im Irak die Regierung kritisiert haben, wurden ins Gefängnis gesteckt und gefoltert.
F: Ist das nicht genau das, was in China passiert?
A: Ich hab’s Dir doch gesagt, China ist etwas anderes.
F: Was ist der Unterschied zwischen China und dem Irak?
A: Naja, unter anderem wurde der Irak von der Baath-Partei beherrscht, wogegen China kommunistisch ist.
F: Hast Du mir nicht mal gesagt, daß Kommunisten böse sind?
A: Nein, nur kubanische Kommunisten sind böse.
F: Wie sind die kubanischen Kommunisten böse?
A: Naja, unter anderem werden Leute, die die kubanische Regierung kritisieren, ins Gefängnis gesteckt und gefoltert.
F: Wie im Irak?
A: Genau.
F: Und wie auch in China?
A: Wie ich schon sagte: China ist ein guter wirtschaftlicher Konkurrent, Kuba andererseits ist das nicht.
F: Wie kommt es, daß Kuba kein guter wirtschaftlicher Konkurrent ist?
A: Naja, weißt Du, damals in den 60ern erließ unsere Regierung einige Gesetze, die es für Amerikaner illegal machten, mit Kuba Handel zu treiben oder Geschäfte zu machen bis sie keine Kommunisten mehr sind und Kapitalisten wie wir sind.
F: Aber wenn wir diese Gesetze loswerden würden, Handel mit Kuba treiben würden und Geschäfte mit ihnen machen würden, würde das den Kubanern nicht helfen, Kapitalisten zu werden?
A: Sei kein Besserwisser.
F: Ich dachte nicht, daß ich einer bin.
A: Naja, egal, sie haben auch keine Religionsfreiheit auf Kuba.
F: So wie in China mit der Falun-Gong-Bewegung?
A: Ich hab Dir schon mal gesagt: hör auf, schlecht über China zu reden. Auf jeden Fall ist Saddam Hussein durch einen Militärputsch an die Macht gekommen, er ist also sowieso gar kein rechtmäßiger Führer.
F. Was ist ein Militärputsch?
A: Das ist, wenn ein Militärgeneral die Regierungsgewalt eines Landes mit Gewalt übernimmt, statt mit Wahlen, wie wir es in den USA machen.
F: Ist nicht der Führer von Pakistan durch einen Militärputsch an die Macht gekommen?
A: Du meinst General Pervez Musharraf? Äh, ja, ist er, aber Pakistan ist unser Freund.
F: Warum ist Pakistan unser Freund wenn sein Führer nicht rechtmäßig ist?
A: Ich habe nie gesagt, daß Pervez Musharraf nicht rechtmäßig ist.
F: Hast Du nicht gesagt, daß ein Militärgeneral, der an die Macht kommt, indem er die rechtmäßige Regierung eines Landes mit Gewalt umstößt, ein nicht rechtmäßiger Führer ist?
A: Nur Saddam Hussein. Pervez Musharraf ist unser Freund weil er uns geholfen hat, Afghanistan anzugreifen.
F: Warum haben wir Afghanistan angegriffen?
A: Wegen dem, was sie uns am 11. September angetan haben.
F: Was hat Afghanistan uns am 11. September angetan?
A: Nun, am 11. September haben 19 Männer - fünfzehn von ihnen aus Saudi-Arabien - vier unserer Flugzeuge entführt uns sie in Gebäude in New York und Washington geflogen und dabei 4.000 Menschen getötet.
F: Und was hat Afghanistan dabei gemacht?
A: In Afghanistan wurden diese bösen Menschen trainiert, unter der unterdrückenden Macht der Taliban.
F: Sind die Taliban nicht diese bösen radikalen Islamisten, die Menschen Hände und Köpfe abgehackt haben?
A: Ja, genau die. Nicht nur, daß sie Menschen Hände und Köpfe abgehackt haben, sie haben auch Frauen unterdrückt.
F: Hat die Bush-Regierung den Taliban im Mai 2001 nicht 43 Millionen US-Dollar gegeben?
A: Ja, aber das war eine Belohnung, weil sie so erfolgreich gegen die Drogen vorgegangen waren.
F: Gegen die Drogen vorgegangen?
A: Ja, die Taliban waren sehr hilfreich, die Opiumproduktion zu stoppen.
F: Wie haben sie das so gut hinbekommen?
A: Ganz einfach. Wenn Leute dabei erwischt wurden, Opium anzubauen, haben die Taliban ihnen ihre Hände und ihren Kopf abgehackt.
F: Wenn sie Taliban Menschen die Hände und den Kopf abgehackt haben, weil sie Pflanzen angebaut haben war das also in Ordnung, aber nicht, wenn sie den Leuten aus anderen Gründen die Hände und den Kopf abgehackt haben?
A: Genau. Es ist für uns in Ordnung, wenn radikale islamistische Fundamentalisten Leuten die Hände abhacken weil sie Pflanzen angebaut haben, aber es ist böse, wenn sie den Leuten die Hände abhacken, weil sie Brot gestohlen haben.
F: Hacken sie den Leuten in Saudi-arabien nicht auch die Hände und die Köpfe ab?
A: Das ist was anderes. Afghanistan wurde von einem tyrannischen Patriarchat regiert, das Frauen unterdrückt hat und sie gezwungen hat, in der Öffentlichkeit Burkas zu tragen, mit Steinigung als Strafe für die Frauen, falls sie nicht gehorchten.
F: Müssen saudische Frauen in der Öffentlichkeit nicht auch Burkas tragen?
A: Nein, saudische Frauen tragen nur eine tradionelle islamische Körperbedeckung.
F: Was ist der Unterschied?
A: Die traditionelle islamische Körperbedeckung, wie sie von saudischen Frauen getragen wird, ist ein züchtiges und doch elegantes Kleidungsstück, das den ganzen weiblichen Körper außer den Augen und den Fingern bedeckt. Die Burka, auf der anderen Seite, ist ein böses Werkzeug der patriarchalen Unterdrückung, das den ganzen weiblichen Körper außer den Augen und den Fingern bedeckt.
F: Das hört sich wie die gleiche Sache mit verschiedenen Namen an.
A: Naja, Du kannst Saudi-Arabien nicht mit Afghanistan vergleichen. Die Saudis sind unsere Freunde.
F: Aber, ich dachte, 15 der 19 Flugzeugentführer vom 11. September kamen aus Saudi-Arabien.
A: Ja, aber sie haben in Afghanistan trainiert.
F: Wer hat sie trainiert?
A: Ein sehr böser Mann mit dem Namen Osama bin Laden.
F: War er aus Afghanistan?
A: Äh, nein, er kommt auch aus Saudi-Arabien. Aber er ist ein böser, ein sehr böser Mann.
F: Ich glaube, ich erinnere mich, daß er mal unser Freund war.
A: Nur als wir ihm und seinen Mujaheddeen in den 80ern geholfen haben, die sowjetische Invasion in Afghanistan zurückzuschlagen.
F: Wer waren die Sowjets? War das das böse kommunistische Imperium, von dem Ronald Reagan gesprochen hat?
A: Es gibt keine Sowjets mehr. Die Sowjetunion hat sich 1990 oder so aufgelöst und jetzt haben sie Wahlen und Kapitalismus wie wir. Wir nennen sie jetzt Russen.
F: Die Sowjets - ich meine die Russen - sind jetzt also unsere Freunde?
A: Naja, nicht wirklich. Weißt Du, sie waren viele Jahre unsere Freunde, nachdem sie aufgehört hatte, Sowjets zu sein, aber dann entschieden sie sich, unseren Angriff auf den Irak nicht zu unterstützen und jetzt sind wir wütend auf sie. Wir sind auch wütend auf die Franzosen und die Deutschen weil sie uns auch nicht geholfen haben.
F: Die Franzosen und die Deutschen sind also auch böse?
A: Nicht wirklich böse, aber schlecht genug, daß wir “French fries” und “French Toast” in “Freedom Fries” und “Freedom Toast” umbenennen mußten.
F: Benennen wir immer Lebensmittel um, wenn ein Land nicht tut, was wir von ihm wollen?
A: Nein, das machen wir nur bei unseren Freunden. Unsere Feinde greifen wir an.
F: Aber war der irak nicht in den 80ern unser Freund?
A: Naja, schon, eine Zeit lang.
F: War Saddam Hussein damals schon Führer des Iraks?
A: Ja, aber zu der Zeit hat er gegen den Iran gekämpft, was ihn zeitweise zu unserem Freund gemacht hat.
F: Wieso hat ihn das zu unserem Freund gemacht?
A: Weil zu der Zeit der Iran unser Feind war.
F: Hat er zu der Zeit nicht die Kurden vergast?
A: Ja, aber da er zu der Zeit gegen den Iran gekämpft hat, haben wir weggeschaut, um ihm zu zeigen, daß wir sein Freund sind.
F: Also wird jeder, der gegen unsere Feinde kämpft, automatisch unser Freund?
A: Größtenteils, ja.
F: Und jeder, der gegen unsere Freunde kämpft wird automatisch unser Feind?
A: Manchmal stimmt das auch. Wenn amerikanische Firmen aber daran verdienen können, beide Seiten mit Waffen zu beliefern, umso besser.
F: Warum?
A: Weil Krieg gut für die Wirtschaft ist, was bedeutet, daß Krieg gut für Amerika ist. Und da Gott auf der Seite Amerikas ist, ist jeder Kriegsgegner ein unamerikanischer Kommunist. Verstehst Du jetzt, warum wir den irak angegriffen haben?
F: Ich glaube. Wir haben sie angegriffen, weil Gott wollte, das wir es tun, richtig?
A: Ja.
F: Aber woher wußten wir, daß Gott will, daß wir den Irak angreifen?
A: Nun, weißt Du, Gott spricht direkt zu George W. Bush und sagt ihm, was er tun soll.
F: Im Endeffekt sagst Du also, daß wir den Irak angegriffen haben, weil George W. Bush Stimmen hört?
A: Ja! Endlich hast Du verstanden, wie die Welt funktioniert. Jetzt mach Deine Augen zu, mach’s Dir bequem und schlaf. Gute Nacht.






26.3.07 19:30


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